Produktion und Trocknung Stampflehmfertigteile
TP4 widmet sich den Herausforderungen der großmaßstäblichen Vorfertigung im Lehmbau, wie effizienten Trocknungsverfahren und der konstruktiven Kraftübertragung zwischen Wänden, Decken und Fugen. Aufbauend auf den Erkenntnissen aus TP2 legt es die Grundlage für eine industrielle Fertigung zu wettbewerbsfähigen Kosten und fördert die Verbreitung nachhaltiger Bauweisen.

"Dem Stampflehmbau fehlen seit der industriellen Revolution Innovation und Entwicklung im gesamten Verarbeitungsprozess. Angefangen, wie das Material aufbereitet und gemischt wird, über wie das Material zur und in die Schalung gelangt, wie und mit welchen Geräten es dort verdichtet wird, wie es ein- und ausgeschalt wird, wie es zügig und umweltfreundlich trocknet bis hin zu, wie Kraftübertragungen zwischen Bauteilen, bzw. aus und in andere Bauteile, konstruktiv gestaltet werden können. In der Aufbereitung müssen Baumaschinen (Brecher, Siebanlagen, etc.) auf die Anforderungen der Stampflehmherstellung adaptiert werden, eine Herausforderung ist der Tonanteil, der sich in den Maschinen ablagert. Der Transport in die Schalung und das Verdichten wird mittels Robotik gelöst. Roboter werden mit Verdichtungsgeräten ausgestattet und entsprechend programmiert, um schnell und unter Einsatz von wenig Arbeitskraft zu agieren."
Diese Vorfertigung von Stampflehm wurde bereits im 19. Jahrhundert von François Cointereaux beschrieben und seitens des österreichischen Lehmbauers Martin Rauch, welcher als Experte zu diesem Teilprojekt hinzugezogen wird, in den letzten 20 Jahren vorangetrieben. In der Welt und in Europa gibt es bisher nur äusserst wenige Firmen, die sich mit der grossmassstäblichen Umsetzung von Vorfabrikation eingehend beschäftigen und Projekte umsetzen. Herausfordernd ist neben der Herstellung die effiziente Trocknung, was zunächst entwickelt und mittels LC-Analysen ausgewertet wird. Die konstruktive Durchbildung der Kraftübertragungen zwischen den Decken in die Wände, sowie die Kraftübertragung zwischen den einzelnen Fugen, bilden das abschliessende Forschungsgebiet dieses Teilprojekts (TP). Ausgehend von den erarbeiteten Grundlagen aus dem TP2, fokussiert sich das TP4 auf die oben genannten Herausforderungen und liefert die Basis für eine industrielle Herstellung zu einem wirtschaftlichen Preis.