Digitale IDs für regenerative Materialien
TP6 entwickelt eine Datenbank zur Lebenszyklusverfolgung von Holz und Ton, um Kreislaufwirtschaftsmodelle zu fördern. Standardisierte digitale IDs sollen Rückverfolgbarkeit, Ressourcennutzung und Wiederverwendung ermöglichen. Der Fokus liegt auf der Analyse Schweizer Lieferketten, der Definition zentraler Identifikationsparameter und der Erforschung moderner Technologien für die sichere, praktikable Umsetzung der digitalen IDs.

Regenerative Baustoffe sind unbegrenzt wiederverwendbar und bieten neue Geschäftsmodelle in der Kreislaufwirtschaft, z.B. einen Sekundärmarkt für diese Baustoffe oder Bauteile. Darüber hinaus haben regenerative Baustoffe ein enormes Potenzial, verschiedene Nachhaltigkeitskriterien im Vergleich zu konventionellen Bauweisen zu verbessern. Zur Umsetzung dieser neuen Geschäftsmodelle und zur quantitativen Bewertung der Vorteile regenerativer Baustoffe ist eine umfassende Datenbasis über den gesamten Lebenszyklus von der Gewinnung bis zur Rückführung in die Natur erforderlich, die bisher fehlt.
Das Teilprojekt „Digitale IDs für regenerative Materialien“ hat daher zum Ziel, die Grundlagen für eine solche umfassende Datenbank für Holz und Ton über deren gesamten Lebenszyklus zu entwickeln. Der gewählte Ansatz untersucht dazu eine standardisierte Rückverfolgbarkeit mittels eindeutiger digitaler IDs. Solche transparenten Herkunftsnachweise sollen es ermöglichen, die Ressourcenverfügbarkeit vor Ort zu bestimmen, die Lebensdauer der verbauten Materialien abzuschätzen und diese zu erneuern, zu reparieren oder in neuen Kontexten wiederzuverwenden.
Der Fokus des Teilprojekts liegt einerseits auf den notwendigen Informationen, damit eine solche Identifikation für alle Akteure in der Schweizer Wertschöpfungskette sinnvoll nutzbar ist. Dazu werden die Lieferketten in der Schweiz sowohl für Holz als auch für Lehm analysiert und wichtige Parameter für Holz- und Lehmidentifikation herausgearbeitet. Andererseits werden die technischen Möglichkeiten zur Umsetzung einer solchen ID nach dem Stand der Technik untersucht. Dies umfasst die digitale ID selbst, die Verknüpfung der nachwachsenden physischen Materialien mit dieser digitalen ID sowie die vertrauenswürdige Abrufbarkeit einer solchen ID über den gesamten Lebenszyklus.
Kontaktperson
Dr. Jens Juri Hunhevicz
ETH Zürich – D-BAUG Circular Engineering for Architecture
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